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Brustimplantate wechseln

Behandlungsablauf eines Brustimplantatwechsels

Gründe für einen Implantatwechsel

Die Entscheidung, Brustimplantate wechseln zu lassen, ist so individuell wie jede Frau selbst. Manche Patientinnen kommen mit einem klaren medizinischen Befund, andere haben über Jahre hinweg neue ästhetische Wünsche entwickelt.

Medizinische Gründe

In manchen Fällen ist ein Brustimplantatwechsel medizinisch notwendig, etwa wenn sich eine Kapselfibrose entwickelt hat. Dabei zieht sich das körpereigene Bindegewebe um das Implantat zusammen, was zu Verhärtungen, Druckgefühl oder Schmerzen führen kann. In seltenen Fällen reagiert der Körper noch stärker und es kommt zu einer Abstoßungsreaktion, bei der das Immunsystem das Brustimplantat als Fremdkörper erkennt und aktiv bekämpft. Auch Implantatschäden wie Risse oder Verformungen machen einen Austausch erforderlich, ebenso wie ein Verrutschen des Implantats aus seiner ursprünglichen Position.

Viele Patientinnen wissen zudem nicht mehr genau, welche Implantate ihnen vor Jahren eingesetzt wurden. Da ältere Generationen heute nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen, empfehlen wir in solchen Fällen einen vorbeugenden Austausch durch moderne Implantate für maximale Sicherheit und ein ruhiges Gewissen.

Weitere medizinische Gründe können sein:

  • Breast Implant Illness (BII) – diffuse Beschwerden wie chronische Müdigkeit oder Gelenkschmerzen
  • Behandlung einer Brusterkrankung wie Brustkrebs
  • Schwellungen oder anhaltende Sensibilitätsstörungen

Ästhetische Gründe

Der Körper verändert sich und mit ihm manchmal auch die eigenen Wünsche. Nach einer Schwangerschaft oder Gewichtsveränderungen oder durch den natürlichen Alterungsprozess kann die Brust an Form und Spannkraft verlieren, sodass das ursprüngliche Ergebnis nicht mehr dem eigenen Ideal entspricht. Andere Patientinnen wünschen sich ein anderes Volumen oder eine neue Form – ob dezent kleiner, harmonischer oder bewusst größer. In diesen Situationen bietet ein Implantatwechsel die Möglichkeit, die Brust neu zu gestalten und das Ergebnis an Ihre aktuellen Wünsche anzupassen.

Brustimplantatwechsel - Behandlungsübersicht
OP-Dauer 30 Minuten bis 3 Stunden
Betäubung Vollnarkose
Klinikaufenthalt Meist ambulant, bei Bedarf 1 Nacht stationär
Gesellschaftsfähig Nach 1-2 Tagen
Nachsorge Kompressions-BH, selbstauflösende Fäden, Narbenpflege

Ablauf: Brustimplantate austauschen

1. Beratung

Im persönlichen Gespräch nehmen wir uns Zeit für Ihre individuelle Situation, Ihre Vorgeschichte, Ihre Beschwerden und Ihre Wünsche. Gemeinsam besprechen wir, welcher Zugang gewählt wird, welche Implantate für den Wechsel für Sie infrage kommen und was Sie realistisch vom Ergebnis erwarten können. So entsteht ein Behandlungsplan, der exakt auf Sie abgestimmt ist.

2. Vorbereitung

Am Tag des Eingriffs kommen Sie ausgeruht und nüchtern zu uns. Nach einem letzten Gespräch mit Ihrem Operateur wird die Vollnarkose eingeleitet. Gemeinsam legen wir vorab fest, welcher Zugang genutzt wird. Wann immer möglich, greifen wir auf die bestehende Narbe aus Ihrer Erstoperation zurück, damit keine neuen Narben entstehen.

3. Behandlung

Der Chirurg öffnet die alte Narbe, entfernt das vorhandene Implantat behutsam und setzt das neue Implantat präzise ein. Die Implantattasche wird dabei sorgfältig angepasst, um einen optimalen Sitz und ein natürliches Ergebnis zu gewährleisten. Ein unkomplizierter Wechsel dauert in der Regel etwa eine Stunde. Bei aufwendigeren Eingriffen, etwa wenn zusätzlich Kapselgewebe entfernt werden muss, kann die Operation bis zu zwei Stunden in Anspruch nehmen.

4. Nachsorge und Ergebnisse

In den meisten Fällen können Sie die Klinik noch am selben Tag verlassen. Da die Implantattasche bereits von der Erstoperation besteht, verläuft die Heilung deutlich unkomplizierter als nach einer erstmaligen Brustvergrößerung. Bereits nach 48 Stunden ist das spätere Ergebnis zu über 90 Prozent sichtbar.

Nachsorge-Empfehlungen:

  • Einen Kompressions-BH konsequent tragen
  • Schweres Heben und intensive sportliche Aktivitäten für mindestens 4 Wochen meiden
  • Die Narben nach Abheilen mit einer geeigneten Narbencreme pflegen
  • Sonne, Sauna und Solarium in den ersten Wochen meiden
  • Alle vereinbarten Kontrolltermine wahrnehmen, um das Ergebnis gemeinsam zu bewerten

Risiken & mögliche Komplikationen bei einem Implantatwechsel

Ein Implantatwechsel gilt in erfahrenen Händen als sicher und risikoarm. Wie bei jedem operativen Eingriff können jedoch Komplikationen auftreten, über die wir Sie im Vorfeld vollständig aufklären.

 

Leichte Schwellungen, Spannungsgefühl und Druckempfindlichkeit in den ersten Tagen sind normal und klingen rasch wieder ab. Freiverkäufliche Schmerzmittel reichen in der Regel zur Behandlung aus. In seltenen Fällen kann es zu Wundheilungsstörungen, Nachblutungen oder einer erneuten Kapselfibrose kommen, durch moderne Implantate, präzise Operationstechnik und die Platzierung des Implantats unter dem Brustmuskel lässt sich dieses Risiko jedoch erheblich senken.

 

Wir arbeiten ausschließlich mit zertifizierten Implantaten führender Hersteller und begleiten Sie engmaschig durch den gesamten Heilungsverlauf. Im persönlichen Beratungsgespräch klären wir Sie ausführlich über alle individuellen Risiken auf, damit Sie Ihre Entscheidung sicher und informiert treffen können.

Häufige Fragen zum Brustimplantate austauschen

  • Wie lange halten Brustimplantate?

    Moderne Brustimplantate sind auf eine lebenslange Haltbarkeit ausgelegt. Ein routinemäßiger Wechsel nach zehn oder fünfzehn Jahren, wie früher empfohlen, ist heute nicht mehr notwendig.

  • Wann muss man Brustimplantate wechseln lassen?

    Auch wenn moderne Brustimplantate durch ihre lange Lebensdauer überzeugen, kann ein Wechsel dennoch notwendig werden. Medizinisch ist ein Austausch etwa bei Schmerzen, Verhärtungen, einer Kapselfibrose oder einem beschädigten bzw. verrutschten Brustimplantat angezeigt. Ästhetische Veränderungen durch Schwangerschaft oder Gewichtsschwankungen können ebenso ein Grund sein.

  • Wie werden Brustimplantate eingesetzt?

    Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Der Chirurg setzt das neue Implantat über einen zuvor festgelegten Zugang – meist die Unterbrustfalte – ein und platziert es präzise in der vorbereiteten Implantattasche.

  • Was passiert, wenn Brustimplantate platzen?

    Bei modernen Silikon-Implantaten bleibt das kohäsive Gel auch bei einem Riss im Inneren gebunden und tritt nicht aus. Dennoch sollte ein beschädigtes Implantat zeitnah entfernt und ersetzt werden, um Veränderungen des umliegenden Gewebes zu vermeiden.